Arien aus Stein

Performatives Denkmal

Kann eine in die Jahre gekommene Treppe ein Denkmal sein? Erst in der plötzlichen Leere während der Pandemie offenbaren sich die Qualitäten alltäglicher Versammlungsorte: Welche Bedeutungen haben Nischen, Ecken oder Lücken inmitten zunehmender Gentrifizierung, welche Auswirkungen haben Privatisierung und Kommerzialisierung auf den öffentlichen Raum? SKILLS setzen der Hafentreppe im Hamburger Stadtteil St. Pauli ein Performatives Denkmal.

Der polizeilichen Einstufung als »gefährlicher Ort« bzw. »Hamburgs schlimmster Dealertreff« wird ein Kaleidoskop von Klängen und Stimmen entgegen gesetzt. Interviews mit Nutzer*innen und Nachbar*innen der Treppe verwandeln SKILLS in Songs und Tracks, die danach fragen, welche Gefahren dieser als gefährlich eingestufte Ort tatsächlich birgt und worum es in den jahrzehntelangen Kämpfen und Konflikten rund um die Treppe eigentlich geht.

Die Hafentreppe ähm is´ ja ´ne Treppe
Auf der man immer sitzt
Seit ich St. Pauli kenne
Sitzen wir auf der Hafentreppe

„In Hamburg wird an der Balduintreppe gedealt. Und deshalb hat sie den Ruf, gefährlich zu sein. Die Performancegruppe SKILLS deutet den Ort um. Denn für Viele ist der Ort viel mehr, als der medial beschworene »Schandfleck Hamburgs«.“ ARTE TRACKS Beitrag über die Performance

„zwischen Performance, elektronischer, oft rhythmischer und ebenso oft noisiger Soundart und zeitgenössischer Choreografie“

“Arien aus Stein” fungiert auch als Beitrag zu einem lebendigen Archiv, das dem vielleicht größten Verbündeten der “sozialen Aufwertung” – dem Vergessen – einen Strich durch die Rechnung macht.“ AFRICAN PAPER (21.09.2020)

Projektwebsite mit einem Archiv der verwendeten Interviews: ARIEN AUS STEIN



Credits:
Konzept, Performance, Musik: SKILLS (aka Camilla Milena Fehér und Sylvi Kretzschmar)
Performance: Bakary Trawally
Komposition: Camilla Milena Féher
Komposition Ouvertüre: Martina Claussen
Dramaturgie: Sibylle Peters
Kostüm und Ausstattung: Patrizia Ruthensteiner
Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro
Fotos: Patrizia Ruthensteiner, Christoph Twickel, Sibylle Peters

Gefördert aus Mitteln der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und des
Fonds Darstellende Künste e.V.